Themen & Inhalte

Module im Überblick

Das gesamte Konzept ist modular aufgebaut, vergleichbar einem Baukasten. Somit sind alle Themen individuell und frei kombinierbar. Bei der Entwicklung des Konzeptes wurde besonders viel Wert auf die Herstellung eines konkreten Bezuges zur Lebenssituation der Schüler gelegt.

Der erste Themenblock bietet die Möglichkeit, Jugendliche mit den zentralen Begriffen und Zusammenhängen eines wirtschaftlichen Systems bekannt zu machen. So können auch Schüler ohne Vorkenntnisse ans Thema herangeführt und ein einheitlicher Wissensstand geschaffen werden. Der folgende Themenschwerpunkt »Mein Traumberuf« dreht sich um die Analyse der eigenen Stärken, das Aufzeigen unterschiedlicher Karrierewege, die Unterstützung bei der Erstellung einer Bewerbung sowie die Vorbereitung auf mögliche Auswahlverfahren und Vorstellungsgespräche. Das dritte Modul beschäftigt sich mit der Rolle junger Konsumenten, insbesondere dem sinnvollen Umgang mit dem eigenen Geld. Die Schüler planen die eigenen und familiären Finanzen durch das Aufstellen von Budgets, diskutieren die Gefahren der Verschuldung und erfahren, wie man beim Einkaufen Geld sparen kann. Das »ABC der Finanzwelt« bildet den vierten thematischen Schwerpunkt: Es werden die Prozesse in einer Bank vorgestellt, sowie gängige Formen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, über Anlagealternativen bis hin zum sinnvollen Umgang mit Krediten.

Modul A: Was ist Wirtschaft?

Das erste Modul »Was ist Wirtschaft?« erklärt neben den grundlegenden wirtschaftlichen Begriffen auch die verschiedenen Gesetze, Abläufe und Zusammenhänge, auf denen (Volks-)Wirtschaften beruhen. Diese allgemeine ökonomische Einführung erleichtert Klassen ohne Vorkenntnisse den Einstieg in das Training und sichert eine gemeinsame Wissensbasis.

Ein Beispiel für eines der behandelten Gesetze ist das Prinzip der Ressourcenknappheit. Die Schüler lernen, welchen Einfluss die Knappheit auf Angebot und Nachfrage und damit auf die Preise hat. Dieser Zusammenhang bezieht sich sowohl auf natürliche Ressourcen wie Wasser (Wasserknappheit führt in einigen Gegenden der Welt bereits zu Kriegen), Luft (Zunahme von Asthmaerkrankungen und Allergien, die höhere Kosten im Gesundheitswesen verursachen) oder Erdöl (steigende Benzinpreise bei geringeren Förderquoten), kann aber auch auf andere Dinge übertragen werden. So lernen junge Konsumenten meist schnell, dass ihre Wünsche die vorhandenen Ressourcen (Geld) bei weitem übertreffen und somit eine finanzielle Planung sinnvoll ist. Dies wird in den Kapiteln C und D vertieft.

Das Prinzip der Knappheit von Ressourcen bietet ebenfalls Erklärungsansätze für Vorgänge auf dem Arbeitsmarkt. Vor dem Hintergrund der Globalisierung führt in der aktuellen wirtschaftlichen Situation Deutschlands nur die Spezialisierung (gute Ausbildung, Ansammlung von Expertenwissen, Erfahrung etc.) zu einer höheren Nachfrage nach den eigenen Ressourcen, der Arbeitskraft. Je besser die Ausbildung, desto größer die Wahrscheinlichkeit, nicht nur eine Anstellung zu finden, sondern auch ein gutes Gehalt zu beziehen. Dieser Themenkomplex wird in Kapitel B aufgegriffen.

Außerdem wird aus aktuellem Anlass auf das Thema Finanzkrise eingegangen.

Modul B: Mein Traumberuf

B. I: Persönlichkeitsanalyse

Der erste Schritt in der Berufsorientierung ist die Entdeckung der eigenen Persönlichkeit. In verschiedenen Übungen identifizieren die Schüler ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten und festigen diese. Einzelne Ergebnisse können durch die Gruppe reflektiert werden. Durch die Vorstellung unterschiedlicher Karrierewege soll zudem das herrschende Rollenverständnis aufgebrochen werden und eine Sensibilisierung für alternative Karrieren erfolgen. Die Schüler erkennen, dass jedem Menschen viele verschiedene Möglichkeiten offen stehen. Sie lernen ihren eigenen »Wert« auf dem Arbeitsmarkt kennen, der durch ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten und ihr Wissen (durch eine gute Schulausbildung) gebildet wird. Die Schüler realisieren, dass ihre eigenen Entscheidungen von heute bereits ihre zukünftige Rolle im Markt beeinflussen werden.

 

B. II: Berufszielfindung

Der zweite Schritt in der Berufsorientierung befasst sich mit der Identifikation der vielfältigen Möglichkeiten, die das Berufsleben bietet. Es werden verschiedene Ausbildungsberufe und Studiengänge kurz vorgestellt und Tipps gegeben, wie und wo weitere Informationen gesammelt werden können. Die Schüler entdecken Wege, um mehr über ihren Traumberuf zu erfahren. Sie interpretieren Stellenanzeigen und untersuchen die charakteristischen Eigenschaften, die sich Arbeitgeber bei potenziellen Bewerbern wünschen. Es wird darüber diskutiert, was jedem persönlich im Beruf wichtig ist, um anschließend die eigenen Präferenzen mit dem Traumberuf zu vergleichen. In diesem Zusammenhang setzt sich die Gruppe damit auseinander, welchen Wert vielfältige Erfahrungen, ehrenamtliche Tätigkeiten und Mitgliedschaften in Vereinen und Organisationen besitzen.

 

B. III: Bewerbungstraining

Die Schüler erfahren, welchen Stellenwert eine schriftliche Bewerbung im Bewerbungsprozess einnimmt. Es wird besprochen, wie eine Bewerbung aussehen und welche Bestandteile sie enthalten sollte, um nicht von vornherein in der Personalabteilung aussortiert zu werden. Die Schüler beobachten und bewerten erfolgreiche und nicht erfolgreiche Vorstellungsgespräche unter Beachtung des ersten Eindrucks, den der Bewerber hinterlässt. Sie erstellen eine Liste mit Vorschlägen, wie man ein Vorstellungsgespräch führen sollte. Ferner wird auf die Themen Eignungstest, Assessment Center und Arbeitsvertrag eingegangen.

Modul C: Junge Konsumenten

C. I: Geld und Konsum

Den Schülern wird die Bedeutung von Plänen, mit denen Ziele verwirklicht werden können, vermittelt. Dies geschieht mittels eines Taschengeld-Budgets, das die Jugendlichen eigenständig auf Basis hypothetischer Informationen aufstellen  - eine Art Finanzplan für Jugendliche. Auch die Rolle der Schüler als Verbraucher und Konsumenten wird betrachtet. Sie lernen ihre Rechte und Pflichten kennen, die sich nicht nur aus dem Kaufvertrag ergeben. Ferner wird der Blick auf die Gefahren übermäßigen Konsums gerichtet: Die möglicherweise drohende Ver- oder Überschuldung.

 

C. II: Kosten der Lebenshaltung

Die Jugendlichen diskutieren die Finanzplanung und Budgetierung einer Familie. Sie entwickeln ein Budget, indem sie anhand der zu erwartenden Einkommen und Ausgaben Prioritäten setzen und die Kosten abzuschätzen lernen. Hierbei werden auch die Kosten der Lebenshaltung und die Unwägbarkeiten des Lebens beleuchtet.

Modul D: ABC der Finanzwelt

D. I: Bankgeschäfte und Zahlungsverkehr

Die Schüler erhalten einen Überblick über die Angebote verschiedener Finanzinstitutionen im Bereich des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Darüber hinaus üben sie das Ausfüllen von Überweisungen und anderen Formularen, diskutieren die Vor- und Nachteile des Online-Bankings und simulieren ein Gespräch zur Kontoeröffnung.

 

D. II: Sparen und Geldanlage

Die Bedeutung des Sparens und die gängigsten Anlageformen stehen im Vordergrund dieses Kapitels. Die Schüler erkennen, dass ein frühes Sparen hohe Renditen ermöglicht. Es werden weitere Hinweise zur Geldanlage im Allgemeinen gegeben. Beispielhaft wird der Aktienmarkt als lukrative wie risikoreiche Anlagevariante vorgestellt. Die Schüler führen Käufe und Verkäufe durch und analysieren ihre Entscheidung. Ferner lernen sie, welche Versicherungen sinnvoll sind, um sich gegen mögliche Risiken abzusichern.

 

D. III: Der vernüftige Umgang mit Krediten

Die Vor- und Nachteile einer Kreditaufnahme werden erörtert. Die Jugendlichen berechnen unterschiedliche Kreditangebote und schlüpfen in die Rolle eines Kreditsachbearbeiters, um die Gründe einer Kreditgewährung aus Sicht einer Bank zu begutachten. Darüber hinaus werden sie für die Gefahren der Schuldenfalle sensibilisiert.